Alfreider kritisiert Streik des SASA-Personal am 1. Schultag

02.09.2026, 17:42

Streikrecht steht laut Mobilitätslandesrat außer Frage - Verhältnismäßigkeit und Verantwortung gegenüber Familien, Schülerinnen und Schülern, Pendlern und Pendlerinnen muss aufrecht erhalten bleiben

Die lokalen Gewerkschaften haben die Mitarbeitenden der SASA aufgerufen, sich am italienweiten Streik zu beteiligen. (Foto: Ivan Brentegani)
Die lokalen Gewerkschaften haben die Mitarbeitenden der SASA aufgerufen, sich am italienweiten Streik zu beteiligen. (Foto: Ivan Brentegani)

BOZEN (LPA). "Das Streikrecht steht außer Frage. Aber wir müssen auch über Maß, Verhältnismäßigkeit und Verantwortung gegenüber Familien, Schülerinnen und Schülern sowie Pendlerinnen und Pendlern sprechen", sagt Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider zum Streikaufruf der Gewerkschaften der Öffentlichen Verkehrsdienste für Montag, 7. September. Der Streik des SASA-Personals ist von 9 bis 12 Uhr angesetzt – ausgerechnet am ersten Schultag. Die lokalen Gewerkschaften haben die Mitarbeitenden der SASA aufgerufen, sich am italienweiten Streik zu beteiligen.

"In den vergangenen Jahren haben wir in Südtirol viel getan, um den öffentlichen Personennahverkehr zu stabilisieren und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Südtirol zahlt höhere Gehälter als in den nationalen Kollektivverträgen vorgesehen und bietet vielfach bessere Konditionen als andere Regionen Italiens. Auch SASA hat erhebliche Verbesserungen umgesetzt und bewusst in das Personal investiert", betont Alfreider. Umso mehr hätte er sich von den Gewerkschaften Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein erwartet. "Mit dem Streik trifft man gerade jene, die täglich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind: Pendlerinnen und Pendler, Familien sowie Schülerinnen und Schüler.“

Seit 2022 liegen die Verbesserungen bei Einkommen und Zusatzleistungen je nach Position laut SASA bei 26 bis 32 Prozent, während die Inflation im selben Zeitraum rund 14,9 Prozent betrug. „In einzelnen Bereichen liegen die Verbesserungen damit deutlich über der Inflation. Wir reden hier nicht von kleinen Gehaltsanpassungen“, unterstreicht Alfreider. „Alle Landesangestellten bekommen beispielsweise Essensgutscheine im Wert von 7 Euro. Zehn Euro zu fordern und gleichzeitig am ersten Schultag zu streiken, ist nach Rückmeldungen vieler Pendlerinnen und Pendler absolut unverantwortlich und inakzeptabel.“

Unverständlich sei zudem, dass sich die lokalen Gewerkschaften an einem italienweiten Streik beteiligen, obwohl zahlreiche Forderungen auf nationaler Ebene in Südtirol bereits umgesetzt seien. Auch nach der Streikankündigung hätten Land und SASA alles unternommen, um die Gewerkschaften von einem Streik am ersten Schultag abzubringen – ohne Erfolg.

„Wir haben viel getan und sind den Beschäftigten erneut entgegengekommen. Aber es gibt eine Grenze dessen, was noch verhältnismäßig und gegenüber allen anderen Beschäftigten in Südtirol vermittelbar ist“, sagt Alfreider. Dabei gehe es nicht darum, Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen: „Auch andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kämpfen mit steigenden Kosten und zahlen Steuern, mit denen auch der öffentliche Dienst finanziert wird. Deshalb müssen wir bei jeder zusätzlichen Forderung auch fragen, ob sie gegenüber all diesen Menschen noch gerechtfertigt ist.“

red/pio