Bilinguale Schule Innsbruck-Trient: 20 Jahre gelebte Mehrsprachigkeit

20.04.2026, 11:35

Festakt in Innsbruck für das 2005 gestartete Euregio-Projekt, das 2024 um weitere 10 Jahre verlängert wurde – Zweisprachiger Unterricht in Deutsch und Italienisch als pädagogische Grundlage

Beim Festakt zum 20-jährigen Jubiläum der bilingualen Schule Innsbruck-Trient im Landhaus in Innsbruck (von links): Euregio-Präsident, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, Vizebürgermeisterin der Stadt Innsbruck Elisabeth Mayr, Saverio Carpentieri (wissenschaftlicher Berater der Bilingualen Schule in Innsbruck), Carlo Zanetti (Direktor des Istituto Comprensivo Trento), Monika Schöpf (Direktorin der Volksschule Altwilten), Giuseppe Rizza (Schulamtsleiter des Trentino) und Bürgermeister der Stadt Innsbruck Johannes Anzengruber mit Kindern der Volksschule Altwilten. (Foto: Land Tirol/Krepper)
Beim Festakt zum 20-jährigen Jubiläum der bilingualen Schule Innsbruck-Trient im Landhaus in Innsbruck (von links): Euregio-Präsident, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, Vizebürgermeisterin der Stadt Innsbruck Elisabeth Mayr, Saverio Carpentieri (wissenschaftlicher Berater der Bilingualen Schule in Innsbruck), Carlo Zanetti (Direktor des Istituto Comprensivo Trento), Monika Schöpf (Direktorin der Volksschule Altwilten), Giuseppe Rizza (Schulamtsleiter des Trentino) und Bürgermeister der Stadt Innsbruck Johannes Anzengruber mit Kindern der Volksschule Altwilten. (Foto: Land Tirol/Krepper)

INNSBRUCK/TRIENT (LPA). Zum 20-jährigen Jubiläum haben die Länder Tirol und Trentino ihr Abkommen zum Unterricht in zweisprachigen Schulklassen am 20. April 2026 im Rahmen eines Festakts in Innsbruck vorgestellt.

 „Guten Morgen“ und „Buongiorno“ – schon am Morgen wechseln die Sprachen an der Volksschule Altwilten und am "Istituto Comprensivo Trento 2 - J.A. Comenius" wie selbstverständlich. Rechnen auf Deutsch, erzählen auf Italienisch. Zwei Lehrerpersonen, zwei Sprachen, ein gemeinsamer Unterricht. Seit 2005 in Innsbruck und im Trientner Ortsteil Cognola das länderübergreifende Schulprojekt Bilinguale Schule eingeführt wurde, steht es in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino für interkulturelles Lernen und gelebte Mehrsprachigkeit.

Der Euregio-Präsident, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle unterstrich die nachhaltige Bedeutung des Abkommens: „Die bilinguale Schule ist ein Vorzeigeprojekt für innovative Bildungspolitik und gelebte europäische Zusammenarbeit. Sie zeigt eindrucksvoll, wie sprachliche Vielfalt als Stärke genutzt werden kann.“

Einzigartiges Unterrichtsmodell

Entstanden ist das Projekt aus einer Elterninitiative vor dem Hintergrund einer wachsenden Zahl deutsch-italienischsprachiger Familien im Raum Innsbruck und wurde in enger Zusammenarbeit mit der Euregio realisiert. Qualifizierte Tiroler und Trentiner Lehrpersonen unterrichten in derselben Klasse in ihren jeweiligen Muttersprachen. Die Zweitsprache wird nicht als klassische Fremdsprache vermittelt, sondern ist Bestandteil des Schulalltags. Zudem tauschen sich die Partnerschulen kontinuierlich aus.

Als „wegweisend für das Schulsystem“ bezeichnete Giuseppe Rizza, Schulamtsleiter des Trentino, das Projekt 20 Jahre nach dessen Einführung: „Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern, der Austausch von Lehrpersonen und gemeinsame pädagogische Konzepte haben ein Modell geschaffen, das auf Mehrsprachigkeit, Innovation und grenzübergreifender Zusammenarbeit basiert.“

Aktuell unterrichten fünf Lehrpersonen aus Tirol in Cognola, fünf aus dem Trentino in Innsbruck. „Unser Ziel ist es, dass Kinder mit Freude in zwei Sprachen lernen und sich individuell entfalten können. Die sprachliche Vielfalt sehen wir als große Chance“, betonen Monika Schöpf, Direktorin der Volksschule Altwilten und Carlo Zanetti, Direktor des Istituto Comprensivo Trento 2 - J.A. Comenius in der Trentiner Landeshauptstadt.

Qualität wissenschaftlich bestätigt

Die Universität Innsbruck begleitet das Projekt wissenschaftlich. Die soeben fertiggestellte Studie zeigt laut Saverio Carpentieri, wissenschaftlicher Berater der Volksschule Altwilten, deutlich, dass der bilinguale Schulalltag nicht nur die Sprachkompetenzen stärkt: „In Settings wie diesem lernen Kinder leichter und effektiver mehrere Sprachen und können gleichzeitig ihre Konzentration, Problemlösungsfähigkeit und Offenheit gegenüber anderen Kulturen stärken.“

red/gst