Fischbestandserhebung im Pragser Wildsee

31.07.2026, 07:55

Mitarbeiter des Landesamtes für Wildtiermanagement führen vom 3. bis zum 7. August eine Fischbestandserhebung im Pragser Wildsee durch

Das Landesamt für Wildtiermanagement führt kontinuierlich Erhebungen zu den Fischbeständen in den Fließgewässern und Seen durch, um die Entwicklung der Wildbestände zu überwachen. Im Bild: Netzfischerei im Pragser Wildsee im Zuge der letzten Erhebung im Jahr 2012. (Foto: LPA/Landesamt für Wildtiermanagement in der Landesforstabteilung)
Das Landesamt für Wildtiermanagement führt kontinuierlich Erhebungen zu den Fischbeständen in den Fließgewässern und Seen durch, um die Entwicklung der Wildbestände zu überwachen. Im Bild: Netzfischerei im Pragser Wildsee im Zuge der letzten Erhebung im Jahr 2012. (Foto: LPA/Landesamt für Wildtiermanagement in der Landesforstabteilung)

BOZEN/PRAGS (LPA). Eine Fischbestandserhebung ist von grundlegender Bedeutung für den Gewässerschutz und den Artenschutz, sie liefert exakte Daten zu Fischarten, Populationsgrößen und Altersstrukturen. Diese Informationen sind die Grundlage, um die Wasserqualität zu überwachen, Schutzmaßnahmen zu planen, Überfischung zu verhindern und die Veränderung von Lebensräumen zu dokumentieren.

"Die Europäische Union schreibt durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie vor, dass der ökologische Zustand von Oberflächengewässern in regelmäßigen Zeitabständen erhoben und bewertet werden muss", erklärt Landesforstdirektor Günther Unterthiner. Neben anderen Faktoren - wie chemische und physikalische Wasserqualität, wirbellose Tiere, Wasserpflanzen - wird auch der Zustand der Fischfauna zur Bewertung herangezogen. Die zu erhebenden Parameter sind dabei die Artenzusammensetzung, die Häufigkeit und die Altersstruktur des Fischbestandes.

"Wir wollen unsere Gewässer schützen und ihren guten Zustand erhalten", unterstreicht Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher: "Dafür müssen wir wissen, wie sich die Fischbestände entwickeln. Die regelmäßigen Erhebungen geben uns die nötigen Informationen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und wenn nötig gezielt zu handeln."

Neben den periodischen Erhebungen an Fixpunkten in den wichtigsten Fließgewässern Südtirols werden in Zeitabständen von sechs Jahren auch die wichtigsten natürlichen Seen fischereiökologisch vom Landesamt für Wildtiermanagement in Zusammenarbeit mit dem Aquatischen Artenschutzzentrum und dem Südtiroler Fischereiverband erhoben. "Die letzte Erhebung im Pragser Wildsee geht auf das Jahr 2012 zurück. Die Erhebung wird nun in der Woche vom 3. bis zum 7. August wiederholt", kündigt Dominik Trenkwalder vom Amt für Wildtiermanagement an. Die Methodik ist dabei von europäischen und von nationalen Richtlinien vorgegeben: Die tieferen Bereiche des Sees werden durch Netzfischerei erhoben, während Uferbereiche mittels Elektrofischerei befischt werden. Die Erhebung muss im Aktivitätszeitraum der Fische durchgeführt werden, weshalb sich für Gebirgsseen wie dem Pragser Wildsee der August am besten eignet.

"Wir werden in verschiedenen Tiefenstufen verteilt auf die gesamte Seefläche jeweils abends vor Einbruch der Dunkelheit Netze auslegen", erläutert Hannes Grund vom Landesamt für Wildtiermanagement: "Diese Netze verbleiben für je eine Nacht im See und werden dann frühmorgens wieder aus dem Wasser geholt. In Kombination dazu werden die Uferbereiche am Tag von einem Schlauchboot aus mit Hilfe eines speziellen Elektrofischfanggerätes mit 8000 Watt abgefischt. Dabei wird die gesamte Uferlinie des Sees in Abständen von etwa 20 bis 30 Metern punktuell vom Boot aus elektrisch befischt." Die Fische werden mit einem Kescher eingefangen, die Mitarbeiter des Landesamtes für Wildtiermanagement bestimmen die Art der Fische, vermessen Länge und Gewicht und setzen sie unbeschadet wieder zurück in den See. Aus den Daten lassen sich neben den der Artenzusammensetzung auch Informationen zur Alters- und Geschlechterklassenverteilung herauslesen.

Zusatzinformationen

In der kommenden Woche beginnt das Landesamt für Wildtiermanagement mit einer Fischbestandserhebung im Pragser Wildsee. Im Bild ein Seesaibling, die zu den Salmoniden gehörende Leitfischart im Pragser Wildsee. (Foto: LPA/Landesamt für Wildtiermanagement)
In der kommenden Woche beginnt das Landesamt für Wildtiermanagement mit einer Fischbestandserhebung im Pragser Wildsee. Im Bild ein Seesaibling, die zu den Salmoniden gehörende Leitfischart im Pragser Wildsee. (Foto: LPA/Landesamt für Wildtiermanagement)

Der Pragser Wildsee und seine Fische

Der Pragser Wildsee gehört mit einer Tiefe von bis zu 40 Metern zu den tiefsten Seen Südtirols. Er ist ein typisches, sauerstoffreiches Hochgebirgsgewässer, in dem vor allem Fischarten aus der Familie der Salmoniden vorkommen, allen voran der Seesaibling. Neben den Salmoniden ist auch die Elritze vertreten, die zwar zu den Cypriniden (Karpfenfischen) gehört, jedoch zu jenen Arten zählt, die an kältere und sauerstoffreiche Gewässer angepasst sind. Im See kommt außerdem die Mühlkoppe vor; sie ist der einzige Vertreter der Barschartigen im Pragser Wildsee und gilt als Indikator für einen ökologisch intakten Gewässerlebensraum.

mac