Gesundheitsversorgung: Gute Ergebnisse bei zentralen Indikatoren
Daten des Programma Nazionale Esiti (PNE) 2025 vorgestellt – Sterblichkeit bei Herzinfarkt und Schlaganfall unter gesamtstaatlichem Schnitt – Mindestfallzahlen bleiben ein Thema
BOZEN (LPA). Wo steht Südtirol im gesamtstaatlichen Vergleich in Sachen Versorgungsqualität? Die jüngst in Bozen vorgestellten Daten des Programma Nazionale Esiti (PNE) 2025 fallen durchaus positiv aus und ermöglichen eine Einordnung: Bei Herzinfarkt oder Schlaganfall liegt die Sterblichkeit unter dem italienischen Schnitt. Bei den Fallzahlen im onkologischen Bereich zeigt sich ein heterogeneres Bild.
"Solche Erhebungen sind Voraussetzungen für eine seriöse Gesundheitspolitik und datenbasierte Entscheidungen", ordnet Hubert Messner, der Landesrat für Gesundheitsversorgung und Gesundheit, die von der AGENAS (Agenzia nazionale per servizi sanitari regionali) jährlich durchgeführte Untersuchung ein. "Daten und Statistiken dienen nie dem Selbstzweck, sondern weisen auf Trends und Realitäten hin, die Entscheidungsträgern wichtige Hilfestellungen an die Hand geben, um bestmögliche Entscheidungen zu treffen", fährt Messner fort.
Vorgestellt wurden die aktuellsten Ergebnisse von Marco di Marco, dem Koordinator des PNE. Er wies darauf hin, dass für die aktuelle Ausgabe der PNE-Studie 218 Indikatoren auf Basis von Krankenhausentlassungsdaten aus dem Jahr 2024 berechnet wurden. "Diese Daten bilden eine wichtige Grundlage für Planung, Steuerung und Qualitätssicherung im Gesundheitswesen", sagte di Marco.
Im Bereich des akuten Myokardinfarkts zeigt sich für Südtirol ein sinkender Trend der 30-Tage-Sterblichkeit, die im Jahr 2024 bei 5,90 Prozent und damit unter der italienischen Mediansterblichkeit von 6,32 Prozent lag. Auch die Versorgung von STEMI-Patientinnen und -Patienten erfüllt in weiten Teilen die im Ministerialdekret 70/2015 vorgesehenen zeitlichen Vorgaben.
Beim ischämischen Schlaganfall liegt die 30-Tage-Sterblichkeit in Südtirol im Jahr 2024 bei 6,38 Prozent und damit deutlich unter dem nationalen Median von 8,40 Prozent. "Die Ergebnisse bestätigen eine kontinuierliche Verbesserung gegenüber den Vorjahren und unterstreichen die Bedeutung strukturierter Behandlungsprozesse", bestätigt Antonio Fanolla, der Leiter der Epidemiologischen Beobachtungsstelle in der Landesabteilung Gesundheit.
In der onkologischen Chirurgie empfiehlt die Studie eine noch stärkere Bündelung der Eingriffe in leistungsstarken Zentren, etwa bei Brust-, Dickdarm- und Prostatakrebs. An einzelnen Standorten bleiben die Operationszahlen unter den empfohlenen Mindestmengen. Unterschiede zwischen den Krankenhäusern zeigen sich auch bei den Kaiserschnitt-Raten an den Geburtszentren, wobei der Anteil der primären Kaiserschnitte in Südtirol mit 19,81 Prozent ebenfalls unter dem italienischen Schnitt von 20,27 Prozent liegt.
"Die Ergebnisse des PNE zeigen, dass Südtirol in vielen sensiblen Bereichen eine hohe Versorgungsqualität bietet. Gleichzeitig liefern sie uns eine objektive Grundlage, um bestehende Unterschiede gezielt anzugehen und die Versorgung weiter zu verbessern", betont Landesrat Messner.
pir