Mobilität von Forschenden: Bis 12. Juni Antrag einreichen

19.03.2025, 08:00

Ausschreibung veröffentlicht – Projektanträge können ab sofort eingereicht werden – Aufruf richtet sich an Südtiroler Forschende und Forschende aus dem Ausland

Im Rahmen der Mobilität für Forscherinnen und Forscher hat Eurac-Forscherin Alexandra Tomaselli eineinhalb Jahre an der spanischen "Universitat Rovira i Virgili" geforscht und gemeinsam mit ihrer Familie in Spanien gelebt. Anträge auf Forschermobilität können noch bis 12. Juni eingereicht werden. (Foto: Alexandra Tomaselli)
Im Rahmen der Mobilität für Forscherinnen und Forscher hat Eurac-Forscherin Alexandra Tomaselli eineinhalb Jahre an der spanischen "Universitat Rovira i Virgili" geforscht und gemeinsam mit ihrer Familie in Spanien gelebt. Anträge auf Forschermobilität können noch bis 12. Juni eingereicht werden. (Foto: Alexandra Tomaselli)

BOZEN (LPA). 31 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben seit 2018 im Rahmen des Mobilitätsprojektes für Forscherinnen und Forscher Erfahrungen an gastgebenden Forschungseinrichtungen gesammelt. Ab sofort bis 12. Juni können Anträge eingereicht werden.

Die Profile und Aufgaben der Forschenden reichen von der Philosophie, Sozialwissenschaften und Medizin hin zu Natur- und Ingenieurwissenschaften. In Südtirol wurden in den vergangenen Jahren insbesondere an der Freien Universität Bozen und bei Eurac Research Mobilitätsprojekte durchgeführt. Viele der 17 Forscherinnen und 16 Forscher, die über das Mobilitätsprogramm in Kontakt mit der Südtiroler Einrichtung kamen, sind auch nach Abschluss des Mobilitätsprojektes für einen weiteren Zeitraum in Südtirol geblieben.

Entscheidend für die Vergabe der Förderung ist das Forschungsprojekt, das bereits gemeinsam mit der gastgebenden Forschungseinrichtung entwickelt wird und sich über einen Zeitraum von 6 bis maximal 24 Monaten erstrecken soll. Vor allem dem Wissenstransfer wird dabei ein großer Stellenwert eingeräumt. Für die aktuelle, achte Ausschreibung wurden 700.000 Euro für die Jahre 2026 und 2027 zur Verfügung gestellt. In sieben Jahren hat das Land insgesamt 4,8 Millionen in diese Maßnahme investiert.

Für Forschungslandesrat Philipp Achammer ist das Mobilitätsprogramm eine große Bereicherung: "Unsere Forscherinnen und Forscher sind ebenso wie die Forschungseinrichtungen wertvolle Visitenkarten unseres Landes. Indem wir den internationalen Austausch fördern, wird die wissenschaftliche Gemeinschaft als ganze und auch die Forschenden als Einzelpersonen gestärkt. Dies sind hochwirksame Investitionen in die Zukunft Südtirols." Die Wettbewerbsausschreibung läuft derzeit noch bis zum 12. Juni (16 Uhr). Die Anträge um Landesförderung müssen die Südtiroler Forschungseinrichtungen über ihre jeweiligen gesetzlichen Vertretungen ans Amt für Wissenschaft und Forschung stellen. 

Die Rangordnung wird voraussichtlich im Oktober veröffentlicht. Weitere Informationen sind online unter https://www.provinz.bz.it/mobilitycall abrufbar.

Zusatzinformationen

Outgoing und Incoming-Forschung wird unterstützt

BOZEN (LPA). Das Land unterstützt sowohl Outgoing Researcher (Südtirolerinnen und Südtiroler, die im Ausland einen Forschungsaufenthalt machen), als auch Incoming Researcher (Forschende, die nach Südtirol kommen). Alexandra Tomaselli, Senior Researcher am Institut für Minderheitenrecht von Eurac Research, hat als Outgoing Researcher an der "Universitat Rovira i Virgili" in Tarragona/Spanien geforscht. 2022 zog Tomaselli gemeinsam mit ihrer Familie für eineinhalb Jahre nach Spanien, um dort am Projekt "InGEPaST - The Intersection of Gender and Ethnicity in Socio-Economic Participation in South Tyrol and Catalonia in Post-Pandemic Times" zu arbeiten. 

Aktuell betreut Tomaselli als Tutorin eine Incoming-Forscherin. "Ich konnte in doppelter Weise vom Mobilitätsprogramm profitieren. In beiden Fällen war bzw. ist es bereichernd und anregend. In Spanien konnte ich neue Methoden und Forschungsansätze zur Geschlechtergleichstellung kennenlernen und bereicherte damit meine Wirkungsstätte in Südtirol, weil diese hier zuvor fehlten. Über Tagungen, Diskussionsrunden oder Veröffentlichungen wurden diese auch einem breiten Publikum zugänglich gemacht", schildert Alexandra Tomaselli. Derzeit begleitet sie ein Projekt, das sich mit Klimagerechtigkeit und Bürgerbeteiligung befasse: "Auch hier erlebe ich einen ständigen Informations- und Wissensaustausch, der meine künftige Forschungsarbeit erweitern und bereichern wird." Gemeinsam mit Federica Cittadino, Senior Researcher am Eurac-Institut für Vergleichende Föderalismusforschung, begleitet sie derzeit die Incoming-Forscherin Francesca Rosignoli beim Projekt "4PLANET - Legal Tools for Democracies in the Climate Crisis: A proposal for Planetary Contract". Dieses ist im Jänner 2025 gestartet und wird bis Dezember 2026 laufen, finanziert wird das Projekt im Rahmen der Mobilitätsausschreibung des Vorjahres.

ck