Nesträuber in Lana ausgeforscht und gestellt

08.05.2026, 12:10

Nesträuber leeren in Lana Vogelnester und rauben die über 100 darin enthaltenen Jungvögel – Landesforstkorps stellt Diebe in Zusammenarbeit mit Staatspolizei

Die Singdrossel (Turdus philomelos) ist eine der häufigsten Vogelarten in Obstbaugebieten, neben der Wacholderdrossel. (Foto: LPA/Forststation Lana)
Die Singdrossel (Turdus philomelos) ist eine der häufigsten Vogelarten in Obstbaugebieten, neben der Wacholderdrossel. (Foto: LPA/Forststation Lana)

LANA (LPA). In Lana sind mutmaßliche Vogeldiebe ausgeforscht und gestellt worden. Nach einer Meldung des Landesforstkorps über die Anwesenheit von drei Personen, die im Verdacht standen, Vögel zu fangen, leitete die Polizeistation Meran gezielte Ermittlungen ein. Die Verdächtigen waren den Strafverfolgungsbehörden bereits wegen ähnlicher Vorfälle bekannt.

Nachdem das von den Verdächtigen benutzte Fahrzeug ausgemacht worden war, wurde es von Beamten der Staatspolizei in Zusammenarbeit mit Beamten des Landesforstkorps observiert. Die Beamten warteten auf die Rückkehr der Verdächtigen. Sobald diese losfuhren, wurden sie angehalten und identifiziert. Die anschließende Durchsuchung des Fahrzeugs ergab Hinweise auf Vogelnester und Vogelfallen, obwohl sich zu diesem Zeitpunkt keine Vögel im Fahrzeug befanden.

Nach einer weiteren Meldung des Landesforstkorps – die wiederum von einem Bürger ausgelöst worden war – wurden zwei Taschen und ein Rucksack in der Nähe von Obstfeldern im Gemeindegebiet von Lana gefunden und beschlagnahmt. Darin befanden sich in 21 Nestern etwa 115 Vogelküken, von denen viele bereits verendet waren.

Die geretteten Vögel wurden umgehend der Forstbehörde übergeben, die ihren Transport zum Vogelpflegezentrum auf Schloss Tirol zur Behandlung und Untersuchung veranlasste. Die festgestellte illegale Aktivität zielt darauf ab, die Jungvögel an Jäger zu verkaufen, die sie als lebenden Köder verwenden, um mit ihrem Gesang andere Vögel anzulocken. Diese Praxis ist besonders in den Monaten Mai und Juni verbreitet, wenn Personen aus anderen Regionen nach Südtirol reisen, um Nester in den Obstanlagen zu plündern. Die identifizierten Personen, die für Tierquälerei und die Schädigung des Ökosystems verantwortlich sind, wurden wegen Verstößen im Umweltbereich, in der Flora und Fauna den Justizbehörden gemeldet.

Die Ermittlungen zur Klärung weiterer Verantwortlicher und zur vollständigen Aufklärung des Sachverhalts dauern an. Die Operation ist ein gelungenes Beispiel für die effiziente Zusammenarbeit zwischen der Staatspolizei und dem Landesforstkorps, eine Synergie, die sich in der Bekämpfung illegaler Aktivitäten, die Umwelt und Wildtiere schädigen, als wichtig erwiesen hat.

red/mac