Neue Züge für die Rittner Bahn: Startschuss für die Flottenerneuerung

07.05.2026, 12:05

Nach mehr als 50 Jahren erneuert sich die Rittner Bahn - Neue, geräumigere und barrierefreie Züge - Besserer Service

Die neuen Fahrzeuge trafen am 7. Mai am Ritten ein. Die gesamte Investition, von der Anschaffung bis zur Betriebsbereitschaft der Züge, beläuft sich auf 500.000 Euro. (Foto: LPA/STA/Ivan Brentegani)
Die neuen Fahrzeuge trafen am 7. Mai am Ritten ein. Die gesamte Investition, von der Anschaffung bis zur Betriebsbereitschaft der Züge, beläuft sich auf 500.000 Euro. (Foto: LPA/STA/Ivan Brentegani)

BOZEN/RITTEN (LPA). Mit der Einführung einer neuen Fahrzeugflotte tritt die Rittner Bahn in eine neue Entwicklungsphase ein. Die ersten Fahrzeuge sind am Morgen des 7. Mai eingetroffen. 

Die derzeit eingesetzten Fahrzeuge, die vor Jahren von der Trogenerbahn, der Bahnlinie St. Gallen–Trogen, übernommen wurden, stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren und blicken inzwischen auf mehr als 50 Jahre Betriebszeit zurück. Nach ihrer Ausmusterung in der Schweiz wurden sie von der SAD übernommen und vor ihrem Einsatz am Ritten vor allem optisch überarbeitet. Über viele Jahre hinweg haben sie dort zuverlässig ihren Dienst erfüllt.
Zuvor war die Strecke ausschließlich mit historischen Fahrzeugen aus den frühen 1900er-Jahren betrieben worden, deren Kapazität zwischen 45 und 90 Fahrgästen lag. Mit den Schweizer Zügen konnte die Kapazität deutlich auf rund 200 Fahrgäste pro Fahrzeug gesteigert werden.

In den vergangenen Jahren machten sich jedoch zunehmend altersbedingte Probleme bemerkbar. Daher begann die STA, konkrete Überlegungen zur Erneuerung der Flotte anzustellen. Die Anschaffung neuer, speziell an die Strecke am Ritten angepasster Fahrzeuge hätte Investitionen von etwa 3 bis 5 Millionen Euro pro Zug erfordert. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung, sich auf dem Gebrauchtmarkt umzusehen. Dabei konnten acht geeignete Fahrzeuge identifiziert werden, die beim Verkehrsunternehmen RNV in Heidelberg ausgemustert werden. Nach einer eingehenden technischen und dokumentarischen Prüfung waren sie als passend für den Einsatz auf der Rittner Bahn bewertet worden.

Die neuen Fahrzeuge bieten Platz für rund 220 Fahrgäste und verfügen über ein niederfluriges Mittelmodul, das einen direkten und barrierefreien Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ermöglicht. Dadurch entfällt künftig der Einsatz der bisher notwendigen manuellen Hebebühnen.

Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 500.000 Euro und umfassen den Ankauf der Fahrzeuge, die notwendigen Anpassungen, Lackierung, Transport, Ersatzteile sowie zusätzliche Ersatzdrehgestelle. Die Fahrzeuge selbst wurden zu einem symbolischen Preis übernommen.

"Es handelt sich um einen wichtigen Schritt zur Modernisierung des Dienstes, mit dem Kapazität, Zugänglichkeit und Qualität des öffentlichen Verkehrs auf dem Rittner Hochplateau weiter verbessert werden sollen", betont Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. "Für die Rittner Bahn ist das ein Glücksfall: Wir konnten bereits bewährtes und abgenommenes Rollmaterial samt wichtiger technischer Ausstattung zu einem symbolischen Preis übernehmen. Damit vergrößern wir den Fuhrpark und verbessern das Angebot konkret für Fahrgäste, Einheimische und Gäste. Das ist eine wirtschaftlich verantwortungsvolle, nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung."

redmpi