Tag des Denkmals im Zeichen der Strohdächer
Sieben erhaltene Strohdachhäuser können am Sonntag, 28. September besichtigt werden – Das Landesdenkmalamt bündelt in einem Projekt Wissen, um den Schutz der Dächer zu gewährleisten
BOZEN (LPA). Bis weit ins 20. Jahrhundert waren sie (auch) in Südtirol besonders bei Wohn- und Wirtschaftsgebäuden im ländlichen Raum sehr verbreitet: Strohdächer. Bei guter Pflege hielt das Dach rund 25 Jahre, das dabei in Südtirol überwiegend verwendete Roggenstroh war für viele Bauersfamilien erschwinglicher als andere Baumaterialien. Mittlerweile gibt es nur mehr wenige Strohdachhäuser, in diesem Jahr ist dem Strohdach der Tag der Denkmals gewidmet.
"Wir leben in einer wunderbaren Kultur- und Naturlandschaft, die über viele Jahrhunderte durch von den Menschen, die hier lebten und wohnten geprägt wurde. Wir müssen dieses kulturelle und bauliche Erbe, zu denen auch die Strohdächer zählen, bewusst wahrnehmen, sie schützen und damit für künftige Generationen sichern. Denn das Bewusstsein für unsere Geschichte prägt uns und unsere Entscheidungen der Gegenwart und der Zukunft", ist der für die Denkmalpflege zuständige Landesrat Philipp Achammer überzeugt.
2023 hat das Amt für Bau- und Kunstdenkmäler im Landesdenkmalamt ein umfassendes Projekt zu Strohdächern in Südtirol gestartet, um das vorhandene Wissen zu sammeln. Am Projekt haben sich das Landesmuseum für Volkskunde und der Heimatpflegeverband Südtirol beteiligt, auch Eigentümerinnen und Eigentümer, Gemeinden und Handwerksbetriebe wurden eingebunden. "Es ist uns als Fachbehörde für den Kulturgüterschutz wichtig, beim Thema Strohdächer sowohl die praktische Ebene als auch die wissenschaftliche Ebene mit den Projektpartnern zu einem Wissenscluster zu verbinden, das den Fortbestand dieser Dacheindeckung sichert", betont Landeskonservatorin Karin Dalla Torre.
Die Ergebnisse dieses Projektes werden am Tag des Denkmals,
am Sonntag, 28. September,
ganztags
an insgesamt sieben Standorten in Lajen, Villanders, Dietenheim/Bruneck, Wolfsgruben/Ritten, in Vöran und Afing/Jenesien
sichtbar. Bereits am Freitag, 26. September, findet dazu eine Tagung zu "Strohdächer. Wege, Netzwerke, Verbindungen" im Landesdenkmalamt statt. Die Tagung wird von der Architektenkammer Bozen als Fortbildung anerkannt.
Zusatzinformationen
BOZEN (LPA). In Lajen kann der Stadel des Oberbuchfelder/Lajener Ried, der nun als Wohnhaus genutzt wird, bei kostenlosen Führungen (10 und 14 Uhr in deutscher Sprache, 11 und 15 Uhr in italienischer Sprache) besichtigt werden. In Villanders kann man am Hof Felder Strohdachdeckern über die Schulter schauen. Im Volkskundemuseum in Dietenheim wurde der Stadel des Hofs Spatauf in Sarnthein wiederaufgebaut und kann dort besichtigt werden. Auch das Bienenmuseum Platten in Wolfsgruben am Ritten ist mit einem Strohdach eingedeckt. Am Tag des Denkmals lädt das Museum mit kostenlosem Eintritt und Führungen (10.45 Uhr und 14.45 Uhr in deutscher Sprache, 11.45 und 15.45 Uhr in italienischer Sprache) dazu ein, sich nicht nur mit der Imkerei, sondern auch mit der besonderen Dachbedeckung zu beschäftigen. Mehrere Strohdächer sind am Tschöggelberg erhalten geblieben: Von 9 bis 16 Uhr werden die Höfe Spitzegg und Gfrar in Vöran und Duregg in Afing bei einer begleiteten Tour angefahren (Anmeldung beim Heimatpflegeverband).
ck
Dokumente zum Herunterladen
- Informationen zum Tag des Denkmals » [PDF 3 MB]