Uferpflege an der Etsch: Gewohnte und auch zusätzliche "Rasenmäher"
Die Wildbachverbauung hat wieder mit den jährlichen Uferpflegearbeiten an der Etsch und ihren Seitenbächen zwischen Meran und Salurn begonnen – Auch die Schafherde grast wieder an den Uferböschungen
BOZEN (LPA). "Wir sind dieses Jahr besonders früh dran mit unseren Pflegarbeiten an der Etsch", berichtet der Direktor im Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd Thomas Thaler: Seit einigen Tagen durchforsten mehrere Mannschaften der Wildbachverbauung die Ufergehölze, um strukturiertere Bestände zu schaffen und die Vegetation jung und elastisch zu erhalten. Zu den Pflegearbeiten gehören auch das Mähen der Dammböschungen und des Schilfröhrichts an den Böschungen sowie das Einsammeln und Entsorgen von Müll.
Die Wildbacharbeiter holzen auch heuer wieder im Zuge genau definierter Pflegearbeiten wie jedes Jahr zu hohe Bäume an Engstellen der Etsch und deren Seitenbäche und im Bereich von Brücken ab, sie dünnen zu dichten Pflanzenbewuchs aus oder entfernen ihn und tragen oft meterhohe Sandbänke ab. Vor allem Bäume und Sträucher, die auf großen Sandablagerungen an den Innendämmen wachsen und diese mit ihren Wurzeln durchdringen oder bei einem Hochwasser mitgerissen werden können, erhöhen die Gefahr von Verklausungen und Überschwemmungen.
"Bei diesen Arbeiten geht es vor allem um die Gewährleistung des Hochwasserschutzes", erläutert der Direktor des Funktionsbereichs Wildbachverbauung Fabio De Polo, "denn durch die Arbeiten wird die Abflusskapazität aufrechterhalten und somit Verklausungen vorgebeugt." Überall dort, wo es möglich ist, werden auch die ökologischen Erfordernisse naturnaher Lebensräume berücksichtigt.
Seit einigen Wochen sind auch die Schafe wieder nach ihrem Sommeraufenthalt auf der Alm auf den Uferböschungen zurück und werden nach dem erfolgreichen Projektstart im Vorjahr heuer wieder als zusätzliche "innovative und nachhaltige Rasenmäher" eingesetzt, erläutert Amtsdirektor Thomas Thaler: Seit Mitte Oktober ziehen etwa 150 bis 200 Schafe mit einem Hirten und einer Hirtin grasend an den Böschungen entlang. Die Schafe, begleitet von Hirtenhunden und Herdenschutzhunden, einigen Ziegen und einem Esel, befinden sich derzeit im Etschabschnitt südlich von Neumarkt und werden im Laufe des Winters bis nach Lana wandern, hier finden sie auch in diesen Winterwochen genügend zu fressen.
Bildergalerie
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- Mäh statt Mähmaschine: Seit zwei Monaten zieht wieder eine Schafherde mit einem Hirten und einer Hirtin grasend an den Böschungen der Etsch entlang. (Foto: LPA/Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd) » [IMG 715 kB]
- Die Schafe, begleitet von Hirtenhunden und Herdenschutzhunden, einigen Ziegen und einem Esel, grasen derzeit im Abschnitt der Etsch südlich von Neumarkt. (Foto: LPA/Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd) » [IMG 159 kB]
- Das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd führt wieder die gewohnten Pflegearbeiten an der bachbegleitenden Ufervegetation der Etsch und ihren Seitenbächen durch. Die Vegetation kann in manchen Fällen ein Hindernis für den Abfluss bei Hochwasser darstellen. (Foto: LPA/Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd) » [IMG 1 MB]
- Ufergehölze müssen regelmäßig zurückgeschnitten oder auch entfernt werden, damit sie nicht als Treibholz die Abflussmöglichkeit verhindern. (Foto: LPA/Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd in der Agentur für Bevölkerungsschutz) » [IMG 1 MB]


