#halbzeit Landesrat Alfreider (2/3): Ladinischer Bildungsbereich
Strategische Dokumente als Orientierung für pädagogische Arbeit angesichts einer zunehmend komplexen Gesellschaft - Schwerpunkt auf Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität in Kindergärten
WOLKENSTEIN (LPA). "Unsere Verantwortung ist es, das einzigartige ladinische Schulmodell konsequent weiterzuentwickeln und die bestmöglichen Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit zu schaffen", betonte Landesrat Daniel Alfreider bei der Pressekonferenz zur Halbzeit der laufenden Legislaturperiode. Gleichzeitig sprach er allen Mitarbeitenden im Schulamt und in der Bildungsverwaltung, dem pädagogischen, administrativen und technischen Personal der ladinischen Kindergärten und Schulen seinen Dank für ihren täglichen Einsatz aus.
Während die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den ladinischen Kindergärten und Schulen in den vergangenen zehn Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung von 3172 auf 2904 und damit um rund 8 Prozent zurückgegangen ist, wurde das Personal angesichts der steigenden Komplexität im selben Zeitraum um 4 Prozent von 413 auf 431 Mitarbeitende erhöht. "Das zeigt, welchen Stellenwert die Bildung innerhalb der Landesregierung genießt. Für das vergangene Schuljahr wurden elf zusätzliche Stellen geschaffen, für das kommende Schuljahr weitere fünf Stellen für den ladinischen Bereich genehmigt", unterstrich Landesrat Daniel Alfreider.
Im Rahmen der Pressekonferenz stellte Landesdirektor Heinrich Videsott gemeinsam mit seinem Team die Schwerpunkte im Bereich der ladinischen Kindergärten und Schulen vor. Die Landesdirektion hat in den vergangenen Jahren mehrere strategische Dokumente erarbeitet, die angesichts einer zunehmend komplexen Gesellschaft als Orientierung für die pädagogische Arbeit dienen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Schaffung von Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche im schulischen Kontext. Darüber hinaus wird die Umsetzung des Ethikunterrichts vorangetrieben und den Lehrkräften die Möglichkeit geboten, Künstliche Intelligenz gezielt für die Unterrichtsvorbereitung einzusetzen. "Zuletzt wurde viel Arbeit in die Anpassung staatlicher Vorgaben an die Besonderheiten der ladinischen Schule sowie in die Planung von Lehrbefähigungskursen investiert. Gleichzeitig legt die Landesdirektion großen Wert auf interne Synergien und eine offene Kommunikation mit dem pädagogischen Personal", erklärte Landesdirektor Videsott.
Im Bereich der ladinischen Kindergärten lag der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität, der Förderung der Mehrsprachigkeit und der Stärkung der ladinischen Sprache als zentrales Element der kulturellen Identität. Die Ergebnisse der Studie MELA – Mehrsprachig Ladinisch wurden im Rahmen eines mehrjährigen Fortbildungsprozesses in die pädagogische Praxis übertragen und bilden eine wichtige Grundlage für die sprachliche Bildung.
Weitere Schwerpunkte waren die Einführung des Salzburger Beobachtungskonzepts (SBK) zur systematischen Begleitung der kindlichen Entwicklung, der Einsatz der digitalen Kommunikationsplattform KidsFox sowie erstmals der Einsatz von Sozialpädagoginnen im Rahmen eines ESF-Projekts zur Förderung von Inklusion und der Zusammenarbeit mit den Familien. Zudem wurde ein neues Pädagogisches Konzept für alle ladinischen Kindergärten erarbeitet, das ab Herbst 2026 als gemeinsamer Orientierungsrahmen für die Bildungsarbeit und Qualitätsentwicklung dienen wird.
Professionalisierung und Qualitätsentwicklung
Ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung der ladinischen Kindergärten und Schulen wurde auch vom Pädagogischen Bereich der Ladinischen Bildungsdirektion geleistet. Im Mittelpunkt standen die Professionalisierung des pädagogischen Personals durch ein breit gefächertes Fortbildungsangebot, die Entwicklung qualitätsvoller Unterrichtsmaterialien sowie die Begleitung der Bildungseinrichtungen in ihren Schulentwicklungsprozessen. Besondere Schwerpunkte bildeten darüber hinaus die Förderung der MINT-Fächer, die Weiterentwicklung der digitalen Bildung und der reflektierte Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht. Ergänzt wurden diese Maßnahmen durch Initiativen in den Bereichen Gesundheitsförderung, politische Bildung und autonomes Lernen sowie durch die enge Zusammenarbeit mit Universitäten und weiteren Bildungspartnern.
Inklusion und Plurilinguismus
Der Dienst für Inklusion hat in den vergangenen Jahren die Unterstützung der ladinischen Schulen kontinuierlich ausgebaut. Durch fachliche Beratung, die Begleitung zahlreicher Sitzungen zur Erstellung individueller Bildungs- und Förderpläne sowie zusätzliche personelle Ressourcen wurde die inklusive Bildungsarbeit wesentlich gestärkt. Gleichzeitig wurden innovative Projekte zur sprachlichen und interkulturellen Inklusion umgesetzt und neue Publikationen als Unterstützung für die Schulen erarbeitet. Für das Schuljahr 2026/27 wird das Angebot mit Coachingformaten für Lehrpersonen und weiteren Fortbildungsangeboten ausgebaut. Ziel ist es, Lehrkräfte noch gezielter bei ihrer täglichen Arbeit für den Bildungserfolg aller Schülerinnen und Schüler zu unterstützen.
Die Weiterentwicklung des mehrsprachigen Bildungsmodells der ladinischen Schulen gehört zu den zentralen Aufgaben des Inspektorats für Mehrsprachigkeit. Mit Beratung, Fortbildungsangeboten und innovativen Projekten unterstützt es Schulen und Lehrpersonen bei der Weiterentwicklung der Sprach- und Mehrsprachigkeitsdidaktik.
Zu den aktuellen Schwerpunkten zählen die Erarbeitung eines Konzepts für die mehrsprachige Alphabetisierung, das Projekt "L'AltRoparlante – Usc che se lië(e)ia", Fortbildungsangebote sowie die Organisation eines "Tages der Mehrsprachigkeit" Zudem arbeitet das Inspektorat mit der Dienststelle für die Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen zusammen, damit Schülerinnen und Schüler den Zwei- beziehungsweise Dreisprachigkeitsnachweis bereits während ihrer Schulzeit erwerben können.
Zu den künftigen Entwicklungsschwerpunkten zählen ein pädagogisch-didaktischer Orientierungsrahmen für den Sprachunterricht, ein Leitfaden für den mehrsprachigen Unterricht sowie neue Initiativen für Schülerinnen und Schüler, darunter ein landesweiter mehrsprachiger Redewettbewerb.
Qualitätssicherung
Die Landesevaluationsstelle für das ladinische Bildungssystem begleitet die Qualitätsentwicklung der ladinischen Schulen durch Evaluation, Forschung und Datenanalyse. Zu den aktuellen Schwerpunkten gehören die Entwicklung von Qualitätskriterien für die ladinischen Kindergärten, die Erforschung des mehrsprachigen Schriftspracherwerbs in Ladinisch, Deutsch und Italienisch sowie das gemeinsam mit EURAC Research durchgeführte Forschungsprojekt COMPLeTT: Bis 2030 werden dabei Instrumente entwickelt, um mehrsprachige Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern systematisch zu erfassen und zu beschreiben.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das seit der Pandemie kontinuierlich durchgeführte Monitoring des Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des ladinischen Bildungssystems und unterstützen Schulen sowie Bildungspolitik bei fundierten Entscheidungen.
Zusammenarbeit und Kooperation
Bildungs- und Kulturdirektor André Comploi betonte, dass zuletzt neben der Abstimmung und Kommunikation innerhalb der Ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion insbesondere die Zusammenarbeit mit anderen Ressorts der Landesverwaltung sowie mit den Akteurinnen und Akteuren in den ladinischen Tälern weiter ausgebaut wurde. Dazu zählen unter anderem die enge Zusammenarbeit mit der Landesdirektion Deutsche und ladinische Musikschulen sowie gemeinsame Initiativen zur Verbesserung der Bildungsinfrastruktur. Zu den bereits eingeleiteten Maßnahmen zählt auch die Erweiterung der Unterbringungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler in St. Ulrich – ein zentrales Vorhaben für die kommenden Jahre.
red
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- Während die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den ladinischen Kindergärten und Schulen in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen ist, wurde das Personal im selben Zeitraum erhöht. "Das zeigt, welchen Stellenwert die Bildung innerhalb der Landesregierung genießt", unterstrich Landesrat Daniel Alfreider (im Bild rechts, neben ihm Heinrich Videsott und Andre Comploi). (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Ressortdirektor André Comploi, Schulamtsleiter Heinrich Videsott und Landesrat Daniel Alfreider gingen bei der #halbzeit-Pressekonferenz am 28. Juli in Wolkenstein auf Maßnahmen zugunsten des ladinischen Bildungswesens ein. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- "Zuletzt wurde viel Arbeit in die Anpassung staatlicher Vorgaben an die Besonderheiten der ladinischen Schule sowie in die Planung von Lehrbefähigungskursen investiert. Gleichzeitig legt die Landesdirektion großen Wert auf interne Synergien und eine offene Kommunikation mit dem pädagogischen Personal", erklärte Landesdirektor Heinrich Videsott (Mitte) bei der #halbzeit-Pressekonferenz in Wolkenstein. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]

